"Verstehe", murmelt er. Von seiner Stimme bekomme ich Gänsehaut. "Wie kannst du damit leben?" Genau diese Frage hatte ich erwartet. "Ich lebe nicht, ich lasse mir mit dem sterben einfach zeit". Endlich eine Reaktion : Mitleid. Genau das wollte ich nicht, ich bin nicht zu bemitleiden, Kinder in Afrika die hungern vielleicht, aber nicht ich. "Du arme" - "Hör auf ! Kein Mitleid" Er schreckt etwas zurück. Dann wieder einer dieser langen, unangenehmen Pausen. "Ich muss dann mal gehen", flüstert er. Ich bekomme erneut Gänsehaut. "Okey, tschau". - "Halte durch". "Vielleicht". Dann wird der Bildschirm schwarz.
Montag, 25. Februar 2013
"Wie fühlt sich Depression an ?" Er wollte es echt wissen, ich sah es ihm an. Wir waren zwar nur auf Skype und die Verbindung war schlecht, aber trotzdem konnte ich sehen, dass es eine ernst gemeinte Frage war. Ich schaute ihm in die Augen, wollte wissen, warum er mich das fragt, aber er starrte nur, keine Gefühle, rein gar nichts. Es kam mir alles so unreal vor, als wäre das nur ein dummer Traum und ich würde gleich aufwachen. "Hörst du mich?" - "Ja." Die nächste Minute schwiegen wir. "Es fühlt sich an, als würde man ertrinken". Er starrt immer noch, keine Reaktion. Hat er mich verstanden ? Ich traue mich nicht zu fragen.
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scheiß Situation, aber er scheint sich ja für dich zu interessieren. Für Außenstehende ist das alles nicht so einfach. Und für Betroffene noch weniger
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